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Reisebericht von Herrn Marquardt (Frühjahr 2001):

Nur Firmen, die den Nachweis erbringen, Nutzhölzer wie beispielsweise Teak nachzupflanzen, erhalten ab jetzt die Konzession, Holz zu ernten.

Unsere verstärkte Präsenz vor Ort und unser Bestreben, fortan auch Fertigprodukte herzustellen, korrespondierte mit den Vorstellungen der Ghanaischen Regierung, die Ausfuhr von Fertigprodukten zu befördern, statt wie bisher lediglich Hobelware zu exportieren. So wurden im Zuge eines Regierungswechsels zu Beginn diesen Jahres die Ausfuhr-Zölle auf unfertige Waren um 10% erhöht.

Während meines Aufenthaltes in Ghana habe ich 20 der größten Betriebe besucht, die dort Schnittholz produzieren. Überwiegend handelte es sich um Betriebe, die das Holz WaWa verarbeiten, aus dem u.a. Saunalatten gefertigt werden. Einschließlich unserer eigenen Fertigungsstätten verfügen landesweit nur zwei weitere über das Equipment und das fachliche Know-How, um Hartholz zu Profilen zu hobeln.

Ich konnte mehr als deutlich erkennen, dass nur die von Europäern geführten Firmen die Auflagen des Staates beim Holzeinschnitt respektieren und mithin die Richtlinien des FSC erfüllen. Diesen Auflagen nachzukommen, ist unerlässlich, will man zukünftig weitere Konzessionen erhalten.

Die Bevölkerung selbst brennt um ihre Dörfer herum den Wald nieder, um für den Eigenbedarf u.a. Papaja und Ananas anzubauen. Auf diese Weise versorgt sie sich schlicht und ergreifend mit Nahrung. Geld zur Anschaffung anderer Nahrungsmittel wie Reis, Obst oder Mehl fehlt. Die bessere Nutzung des Waldes schafft hingegen Arbeitsplätze und schont so indirekt auch den Wald.

Wie bereits weiter oben erwähnt, werden 95% des Holzeinschlags nicht nach den geltenden Richtlinien vollzogen. Wie aber soll man, lieber Leser, einem Menschen, der um sein nacktes Überleben kämpft, mitteilen und vermitteln, dass er es besser unterlassen sollte, den Wald zu roden, weil es angeblich der Umwelt schaden würde!?

In diesem Zusammenhang ist es von großer Bedeutung darauf hinzuweisen, dass die Industrie die ortsansässige Bevölkerung nicht etwa ausbeutet. Vielmehr bedeutet die "Industrie" für die Menschen "Arbeit" und somit "Überleben":

etwas zu Essen bekommen,

ein Dach über dem Kopf zu haben,

ein "geregeltes" Leben führen.

 

Um es deutlicher zu sagen:

 

WER KEINE ARBEIT HAT,

MUSS HOLZ STEHLEN,

MUSS DEN WALD ABBRENNEN, UM NAHRUNG ANZUBAUEN,

MUSS TIERE TÖTEN ODER ABER:

! ER STIRBT !

 

! UNSER ZIEL IST ES DAHER, DIE BEVÖLKERUNG MIT ARBEIT UND DEM ZUM ÜBERLEBEN NÖTIGSTEN ZU VERSORGEN !

 

Die Wirklichkeit: Armut, Hunger, Tod.

 

Nur durch unsere Mithilfe und das Engagement der Regierung können Fortschritte im Hinblick auf die Versorgung der Bevölkerung erreicht werden. Wir haben diesbezüglich schon eine Menge bewegen können. Nicht alle Importeure von Tropenholz handeln aber so verantwortlich wie wir. Lassen Sie sich deshalb nicht durch schön klingende, vermeintlich authentische Zertifikate und Siegel täuschen! Hinterfragen Sie statt dessen die Herkunft des Produktes! Denn nur, wenn der Produzent gleichzeitig der Holzeinschläger und der Hersteller der Fertigprodukte ist und nach aktuellen staatlichen Vorgaben handelt, ist eine selektive Nutzung des Waldes garantiert!

Wie bereits erwähnt, verfügen neben unseren eigenen noch zwei weitere Firmen über das Know-How, Hartholz zu verarbeiten, bzw. haben die Möglichkeit, neues Holz anzubauen. Im Augenblick versuchen wir diese Firmen für uns zu gewinnen, indem wir ihnen deutsche Ingenieure zur Verfügung stellen, die die Produktion überwachen und leiten sollen. Beide Firmen werden dadurch fortan ebenfalls streng nach den Vorgaben der Regierung arbeiten und Teakholz aufforsten.

 

Dies sind mehr als 10.000 kleine Teak-Bäume, die erst dann ausgepflanzt werden, wenn sie groß und kräftig genug sind. 3 Mitarbeiter kümmern sich täglich um die Setzlinge.

 

Mir wurde in mehreren Gesprächen vor Ort versichert, dass die Ghanaische Regierung unserem Vorhaben sehr positiv gegenübersteht.

 

Auf den einem Bild sehen Sie Herrn Marquardt bei einer Waldbegehung.

Das andere Bild zeigt ein Gespräch mit dem Vorarbeiter.

 

Zusätzlich zu den Vorgaben der Regierung erfüllen wir die Kriterien zur Konzessionsvergabe von GWZ. Diese Richtlinien besagen im Einzelnen:

  1. dass nur einmal in ein bestimmtes Waldgebiet eingeschlagen werden darf.
  2. Ein zweiter Einschlag ist nicht gestattet.

  3. dass für jede Holzart bestimmte Durchmessergrenzen festgesetzt und diese auch eingehalten werden müssen.
  4. dass bestimmte Holzarten nicht abgeholzt werden dürfen.
  5. dass mindestens 60% des eingeschlagenen Holzes vor Ort verarbeitet werden müssen.
  6. dass Herkunft und Menge von geschlagenem Holz durch ein Nummernsystem dokumentiert werden müssen (permanente Kontrolle der Einschlagraten).

 

Darüber hinaus setzten wir Maßstäbe, indem wir:

  1. mehr als 90% des Rundholzes direkt vor Ort verarbeiten.
  2. In Hobelmaschinen investieren.
  3. Wohnraum für die Mitarbeiter und ihre Familien schaffen.

 

Dieses Engagement sichert nicht nur dauerhaft die Qualität der Produkte, die wir Ihnen anbieten, sondern hilft langfristig sowohl der Bevölkerung wie auch der Umwelt.

 

Lieber Leser,

wir alle wollen natürlich auch Geld verdienen.

Und es liegt mir fern, Sie vom Gegenteil überzeugen zu wollen.

Oberste Prämisse sollte dabei jedoch der Schutz jenes Rohstoffes sein, den wir alle gerne nutzen wollen:

Sie, lieber Kunde, der auf den Möbeln im Garten seinen Abend genießen möchte. Und wir, die wir damit unseren Lebensunterhalt bestreiten müssen.

Letztendlich geht es immer darum, das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur zu erhalten. Wir meinen, dies ist ein Gut, für das es sich lohnt, sich einzusetzen.

In diesem Sinne

Ihr

Frank Marquardt"


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